Wegweisende Beschlüsse auf der kfd-Bundesversammlung in Mainz

kfd-Bundesversammlung-Mainz-2026

kfd setzt Zeichen für Selbstbestimmung und Gleichstellung von Frauen

Die Delegierten der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands haben auf der kfd-Bundesversammlung in Mainz wichtige Positionspapiere zu § 218 StGB, zur ökonomischen Eigenständigkeit von Frauen sowie zur Geistlichen Leitung in der kfd verabschiedet. Der Diözesanverband Essen hat diese Anträge und Positionen mitgetragen und sieht darin ein starkes Signal für Frauen in Kirche und Gesellschaft.

Im Mittelpunkt der Bundesversammlung standen Themen, die für die kfd seit vielen Jahren von hoher Bedeutung sind: die Würde und Selbstbestimmung von Frauen, gerechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Anerkennung der Charismen von Frauen in der Kirche. Für den kfd-Diözesanverband Essen waren vor Ort: das Vorsitzendenteam Brigitte Abel, Barbara van de Lücht und Frauke Westerkamp sowie Geschäftsführerin Andrea Hollinderbäumer. Sie begleiteten die Beratungen und Beschlüsse in Mainz und brachten die Positionen unseres Verbands in die Diskussionen ein.

§ 218 StGB: Selbstbestimmung und Gewissensentscheidung von Frauen stärken

Das beschlossene Positionspapier „Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung: Positionen und Perspektiven der kfd zu § 218 StGB“ ist das Ergebnis eines zweijährigen innerverbandlichen Meinungsbildungsprozesses. Es macht sichtbar, dass es innerhalb der kfd unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Schwangerschaftsabbruch gibt. Zugleich formuliert es eine gemeinsame Grundhaltung: Frauen im Schwangerschaftskonflikt dürfen weder gesellschaftlich noch partnerschaftlich noch kirchlich allein gelassen werden.

Lebensschutz bedeutet Verantwortung über die Geburt hinaus

Die kfd hält die Spannung zwischen dem Schutz des ungeborenen Lebens und der Selbstbestimmung der Frau bewusst aus. Für den Diözesanverband Essen ist klar: Lebensschutz darf nicht auf die Geburt verkürzt werden. Wer Frauen und Familien stärken will, muss auch nach der Geburt Verantwortung übernehmen. Dazu gehören verlässliche Unterstützungsangebote, armutsfeste soziale Sicherung, gute Kinderbetreuung, partnerschaftliche Verantwortung und eine Gesellschaft, die Frauen nicht mit existenziellen Entscheidungen allein lässt.

Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen als Voraussetzung für Gleichstellung

Auch das Positionspapier „Ökonomische Eigenständigkeit von Frauen und geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik“ unterstützt der kfd Diözesanverband Essen ausdrücklich. Die kfd macht darin deutlich, dass wirtschaftliche Unabhängigkeit eine zentrale Voraussetzung für Gleichstellung, gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung ist. Frauen sind weiterhin strukturell benachteiligt: Sie verdienen im Durchschnitt weniger, übernehmen mehr unbezahlte Sorgearbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit, verfügen über geringere Vermögen und sind stärker von Altersarmut bedroht.

Geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik: Strukturen verändern, Frauen stärken

Die kfd fordert deshalb unter anderem eine geschlechtergerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik, bessere Daten zu Gleichstellungswirkungen, die Aufwertung sozialer, erzieherischer und pflegerischer Berufe, den Abbau von Fehlanreizen im Steuer- und Transfersystem sowie eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit. Der kfd Diözesanverband Essen unterstützt diese Forderungen, weil echte Gleichstellung ohne wirtschaftliche Eigenständigkeit nicht erreichbar ist.

Geistliche Leitung in der kfd: Frauen in Kirche und Verband sichtbar machen

Mit dem Eckpunktepapier „Geistliche Leitung in der kfd“ hat die Bundesversammlung außerdem ein wichtiges Signal für Frauen in der Kirche gesetzt. Das Amt der Geistlichen Leitung ist seit den 1990er-Jahren in der kfd etabliert. Die neuen Eckpunkte geben Orientierung für die Weiterentwicklung dieses verbandlichen und kirchlichen Amtes auf allen Ebenen, von den Gruppen vor Ort bis zur Bundesebene.

Der kfd Diözesanverband Essen sieht darin einen wichtigen Beitrag, die geistlichen Gaben von Frauen sichtbarer zu machen und ihre Verantwortung in Kirche und Verband weiter zu stärken. Geistliche Leitung bedeutet nicht nur spirituelle Begleitung. Sie bedeutet auch, Frauen zu ermutigen, ihre Charismen zu entdecken, Glauben aus weiblicher Perspektive sichtbar zu machen, Gemeinschaft zu fördern und ungerechte Strukturen in Kirche und Gesellschaft aus dem Geist des Evangeliums heraus zu benennen.

kfd Diözesanverband Essen unterstützt klare Frauenperspektive

Mit den Beschlüssen der Bundesversammlung zeigt die kfd, dass sie aktuelle gesellschaftliche, politische und kirchliche Fragen klar aus der Perspektive von Frauen betrachtet. Der kfd Diözesanverband Essen unterstützt diesen Weg. Die Beschlüsse stärken die Stimme der kfd als Frauenverband, der sich für Selbstbestimmung, Gerechtigkeit, Solidarität und die Anerkennung von Frauen in Kirche und Gesellschaft einsetzt.

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