Gleichstellung einfordern – aber nicht leben?

kfd Statement zu Bischof Overbeck

Die aktuellen Aussagen des Militärbischofs Franz-Josef Overbeck überraschen. Wenn er betont, dass im Jahr 2026 Gleichstellung von Frauen und Männern „gelebte Realität“ sei und daraus gleiche Pflichten wie eine Wehrpflicht oder ein Gesellschaftsjahr ableitet, stellt sich eine naheliegende Frage:

Gilt das auch für die katholische Kirche?

Denn während Frauen und Männer in Staat und Gesellschaft selbstverständlich gleiche Verantwortung übernehmen sollen, hält die Kirche weiterhin an Strukturen fest, die Frauen systematisch ausschließen. Zentrale Ämter, Weihe und damit echte Leitungsgewalt bleiben Männern vorbehalten.

Wer Gleichstellung politisch einfordert, muss sich an der eigenen Praxis messen lassen. Andernfalls verliert das Argument an Glaubwürdigkeit. Es entsteht der Eindruck, dass Gleichberechtigung dort gilt, wo sie fordert, aber nicht dort, wo sie Macht verändert.

Frauen tragen seit jeher das kirchliche Leben vor Ort. Sie engagieren sich, übernehmen Verantwortung und halten Gemeinden zusammen. Doch wenn es um Entscheidungsmacht geht, stoßen sie an klare Grenzen. 

Gleichstellung darf kein Prinzip nach Bedarf sein.

Als kdf Diözesanverband Essen sehen wir hierin eine zentrale Herausforderung für die Zukunft der Kirche. Wer heute glaubwürdig sein will, kann sich diesen Widerspruch nicht länger leisten.

Die Gesellschaft ist weiter. Die Kirche muss aufholen.

Und zwar nicht in Worten, sondern in Strukturen.

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Facebook
Email
WhatsApp

Kommende Veranstaltungen

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie diese Website nutzen stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Whatsapp

Broadcast

Sie möchten aktuelle Informationen von der kfd-Essen direkt auf Ihrem Smartphone erhalten?

Melden Sie sich noch heute zum Broadcast an, um laufend über aktuelle Nachrichten, Termine und Versanstaltungen der kfd-Essen informiert zu sein.