Warum der Gender-Gap uns alle betrifft

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Equal Pay Day und Equal Care Day

Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day. Er markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch „umsonst“ arbeiten, während Männer bereits seit dem 1. Januar bezahlt werden – aufgrund des geschlechtsspezifischen Lohnunterschieds. Nur zwei Tage später, am 1. März 2026, macht der Equal Care Day auf die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit aufmerksam.

Beide Aktionstage machen deutlich: Der Gender-Gap ist kein abstraktes Thema, sondern prägt den Alltag von Frauen ganz konkret.

Zahlen, die aufrütteln

Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt weiterhin deutlich weniger als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap liegt – je nach Berechnungsweise – bei rund 18 Prozent. Gleichzeitig leisten Frauen nach wie vor den deutlich größeren Anteil unbezahlter Care-Arbeit: Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushaltsorganisation.

Diese doppelte Belastung wirkt sich langfristig aus – auf Karrierechancen, finanzielle Unabhängigkeit und Rentenansprüche. Altersarmut ist überwiegend weiblich.

Gleichzeitig zeigt sich Ungleichheit auch in anderen Bereichen: in der medizinischen Versorgung, in der politischen Repräsentanz, in der digitalen Welt oder in der Sichtbarkeit von Frauen in Führung und Öffentlichkeit.

Klare Haltung der kfd

Als katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Diözesanverband Essen setzen wir uns seit Jahrzehnten für Geschlechtergerechtigkeit ein – in Kirche und Gesellschaft.

Equal Pay Day und Equal Care Day sind keine symbolischen Daten, sondern erinnern uns daran: Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht. Sie braucht Aufmerksamkeit, strukturelle Veränderungen und eine faire Verteilung von Macht, Geld und Verantwortung.

Gerechtigkeit entsteht nicht von allein. Sie wird gestaltet.

»Was wollt ihr denn noch alles?!« von Alexandra Zykunov ‎©‎ Ullstein

Buchempfehlung: „Was wollt ihr denn noch alles?!“ von Alexandra Zykunov

Wer sich intensiver mit dem Thema Gender-Gap und struktureller Ungleichheit beschäftigen möchte, dem sei das Buch „Was wollt ihr denn noch alles?!“ von Alexandra Zykunov (Ullstein, 2023) empfohlen.

In ihrem wütend-witzigen und zugleich präzisen Stil versammelt die Bestsellerautorin reale Zahlen, Studien und Beispiele, die zeigen, wie tief Ungleichheit im Alltag verankert ist.

Sie schreibt über geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin, über Algorithmen, die Frauen schlechter bezahlte Jobs anzeigen, über wirtschaftliche Benachteiligung und politische Versäumnisse.

Zykunov zerlegt das verbreitete Narrativ, Gleichberechtigung sei längst erreicht – faktenbasiert, pointiert und gut verständlich.

Die Journalistin und SPIEGEL-Kolumnistin zeigt: Es geht nicht um Einzelbeispiele, sondern um Strukturen. Und um die Frage, wie wir sie verändern können.

Gerade im Kontext von Equal Pay Day und Equal Care Day bietet dieses Buch eine fundierte und zugleich zugängliche Grundlage für Diskussion, Auseinandersetzung und Weiterdenken.

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