Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November
Seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen wie z.B. Terre des Femmes, UN Women u.a. an jedem 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung von Menschenrechten und die Beseitigung von Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen im Mittelpunkt stehen. Die Vereinten Nationen schlossen sich diesem Anliegen seit 1991 mit der Kampagne „Orange the World“ an. Die Farbe Orange steht für Licht und Hoffnung auf eine gewaltfreie Zukunft für Frauen und Mädchen. Dabei stehen im Mittelpunkt der Kampagne alle Formen von Gewalt, sowohl physischer als auch psychischer Art im öffentlichen und häuslichen Raum.
Dass die Forderung der Gewaltfreiheit seit nunmehr fast 35 Jahren im November mit zahlreichen Aktionen, Demonstrationen, kulturellen Veranstaltungen begangen wird und das Anliegen immer mehr Frauen bekannt wird und sie sich anschließen hat leider bisher nicht dazu geführt, dass die Gewalt abnimmt, im Gegenteil steigen die Zahlen jährlich und sie beziehen sich nur auf angezeigte Delikte. Im vergangenen Jahr 2024 wurden 265.942 Angriffe gegen Frauen und Mädchen zur Anzeige gebracht (also ca. 728 täglich) und Experten gehen davon aus, dass vor allem bei häuslicher Gewalt nur etwa 1/3 der Taten überhaupt angezeigt werden.
Im Jahr 2023 wurden 360 Frauen bei solchen Angriffen getötet. Diese Tötungen – auch Femizide genannt – erfolgten in erster Linie, weil die betreffenden Opfer Frauen waren und nicht aus anderen Gründen.
Der Bundesverband der kfd hat bereits in seinen Leitlinien 1999 den Einsatz für die Überwindung der Gewalt gegen Frauen in Kirche und Gesellschaft gefordert und schloss sich danach der vom Ökumenischen Rat der Kirchen für die Jahre 2001 bis 2010 ausgerufenen Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt an. In diesen Jahren waren die Mitglieder der kfd aufgerufen, sich inhaltlich mit diesem Thema zu auseinander zu setzen, Aktionen durchzuführen und sich gemeinsam mit anderen Frauenverbänden solidarisch für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen einzusetzen.
Als Hilfestellung wurde eine umfassende Arbeitshilfe entwickelt und den Diözesanverbänden zur Verfügung gestellt, damit die Gruppenleiterinnen in die Lage versetzt werden konnten, das Thema Gewalt gegen Frauen in Gruppen und Gesprächskreisen zur Sprache zu bringen. Das Material existiert noch und könnte hilfreich sein, wenn sich Gruppen mit dem Thema befassen wollen.
Wie bereits erwähnt, haben alle Bemühungen bisher nicht dazu geführt, dass die Angriffe gegen Frauen abnehmen, sodass es absolut notwendig bleibt, das Recht der Frauen auf ein gewaltfreies Leben jedes Jahr wieder in die Öffentlichkeit zu tragen.
Christel Misz






