Sommerempfang des Bischofs

Sommerempfang des Bischofs 2026

kfd-Vertreterinnen beim Sommerempfang mit Bischof Overbeck und Ministerpräsident Hendrik Wüst

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck hatte am Montag, 13. Juli 2026, zum Sommerempfang in die Wolfsburg in Mülheim an der Ruhr eingeladen. Nicht nur das Thema „Kompromisse in polarisierten Zeiten – Perspektiven für Verständigung, Zusammenhalt und verantwortliches Handeln“, sondern wohl auch der Ehrengast und Gesprächspartner Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW, reizten die über 440 Gäste, bei hochsommerlichen Temperaturen der Einladung zu folgen.

Sandra Ostermann, Geistliche Leiterin des kfd Diözesanverbands Essen (l.) und Frauke Westerkamp, Diözesanvorsitzendenteam, beim Sommerempfang des Bischofs am Montag, 13. Juli, in der Wolfsburg in Mülheim an der Ruhr.

So konnte Generalvikar Klaus Pfeffer Gäste aus den Kirchen und vielen Bereichen aus Politik und Gesellschaft begrüßen, die explizit nicht nur aus der katholischen Bubble Erfahrungen und Expertise mitbrachten. Die anschließenden Gespräche und Begegnungen auf der Terrasse boten auch Frauke Westerkamp Gelegenheit, Sandra Ostermann als neu gewählte Geistliche Leiterin des kfd-Diözesanverbandes Essen vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Um Verständigung, Vertrauen und Zusammenhalt ging es auch im von Akademiedirektorin Dr. Judith Wolf sehr gut moderierten Gespräch zwischen Bischof Dr. Overbeck und Hendrik Wüst: Wie finden Verantwortliche – aber nicht nur sie – in Kirche und Politik Wege, dem Vertrauensverlust in Staat und Institutionen zu begegnen? Welche Antworten geben die Kräfte der demokratischen Mitte in der Politik und einer Kirche, die dem Wort Jesu folgt, Tradition in die Zukunft übersetzt und nicht traditionalistisch in die Kirche des 19. Jahrhunderts zurückführt?

Diese Antworten können – nach Hendrik Wüst – nur in Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit und vor allem in Gesprächen miteinander und nicht übereinander oder gar gegeneinander gegeben werden.

Sozialpartner müssen an einen Tisch geholt werden, um in vertrauensvoller Verständigung echte, tragbare Lösungen zu finden. Dabei müssen auch in Koalitionen Prioritäten gesetzt werden, und am Ende muss es Lösungen geben, damit es in Summe weitergehen kann – mit Mut zur Klarheit und Kraft zum Vertrauen.

Bischof Overbeck betonte, dass es Institutionen gelingen müsse, gesellschaftlichen Frieden zu sichern: „Ohne Frieden wird es gefährlich.“ Dazu gehöre natürlich auch, so Wüst, dass der Staat funktioniert, Recht und Ordnung auf dem Boden der Verfassung stehen. Dahinter lägen aber auch Dinge, die die Demokratie erodieren: Alternative Fakten würden zunehmend als Wirklichkeit wahrgenommen; Grundlage seien dann nicht mehr Wissenschaft und Erkenntnis.

Es gebe nicht mehr nur eine Öffentlichkeit. Jede Filterblase habe, verstärkt durch Medien, KI und Algorithmen, ihre eigene Öffentlichkeit, in der sich die Mitglieder nur noch selbst bestärken und nicht mehr in den Diskurs gehen. Hier sieht Wüst die große Chance der Kirchen, indem sie Menschen unterschiedlicher Meinungen, Haltungen und Lebenswirklichkeiten zusammen ins Gespräch bringen und Geschichten vom Gelingen erzählen. „Und das selbstbewusst und nicht bangebüxig.“

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