Heute, am 8. März, ist Internationaler Frauentag. Für uns als Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Diözesanverband Essen ist dieser Tag mehr als ein Symbol: Er erinnert daran, dass Gleichstellung noch immer nicht erreicht ist – weder gesellschaftlich noch politisch noch wirtschaftlich.
Frauen leisten nach wie vor den größten Teil unbezahlter Sorgearbeit, arbeiten häufiger in Teilzeit oder Minijobs und verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Auch in Politik, Wirtschaft und Führungspositionen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert.
Wir fordern deshalb: Gleiche Macht. Gleiche Zeit. Gleiches Geld.
Diese drei Bereiche sind entscheidend für echte Gleichstellung.
Gleiche Macht – Frauen müssen gleichberechtigt entscheiden
Politische Entscheidungen betreffen Frauen genauso wie Männer. Trotzdem sind Frauen in Parlamenten und Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert.
Im neu gewählten Bundestag liegt der Frauenanteil aktuell bei 32,4 Prozent – weniger als ein Drittel. Auch auf Landes- und kommunaler Ebene sieht es ähnlich aus.
Wir fordern daher eine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen in politischen Entscheidungspositionen sowie eine systematische Prüfung von Gesetzen auf ihre Auswirkungen auf die Gleichstellung.
Gleiche Zeit – Sorgearbeit fair verteilen
Noch immer übernehmen Frauen den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Sie verbringen durchschnittlich mehr als neun Stunden pro Woche mehr mit Care-Arbeit als Männer.
Eine gerechtere Verteilung von Elternzeit, bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine stärkere Unterstützung pflegender Angehöriger sind zentrale Voraussetzungen für mehr Gleichstellung.
Gleiches Geld – gleiche Arbeit muss gleich bezahlt werden
Auch beim Einkommen besteht weiterhin eine deutliche Lücke. Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 16 Prozent weniger als Männer. Diese Unterschiede wirken sich langfristig aus – etwa auf Einkommen im Lebensverlauf und auf die Rente.
Wir fordern deshalb unter anderem:
gleichen Lohn für gleiche Arbeit
Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro statt Minijobs
mehr Frauen in Führungspositionen
Studie bestätigt strukturelle Benachteiligung
Eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) im Auftrag des DGB NRW bestätigt diese Entwicklungen auch für Nordrhein-Westfalen.
Demnach arbeiten Frauen weiterhin deutlich häufiger in Teilzeit oder Minijobs und verdienen im Durchschnitt weniger als Männer. Gleichzeitig sind sie oftmals besser qualifiziert.
Auch die Verteilung der Sorgearbeit bleibt ungleich: Frauen leisten pro Woche deutlich mehr Zeit für Haushalt und Betreuung von Angehörigen.
Frauenstreik am 9. März: Sichtbar machen, was sonst unsichtbar bleibt
Anlässlich des Internationalen Frauentages finden bundesweit Aktionen und Demonstrationen statt. Am 9. März wird zudem vom Töchterkollektiv zum Frauen*streik aufgerufen.
Der Frauenstreik macht sichtbar, wie unverzichtbar die Arbeit von Frauen in Gesellschaft, Familien und sozialen Berufen ist. Ohne diese Arbeit würde vieles stillstehen.
Im Bereich der kfd DV Essen sind unter anderem diese Aktionen geplant:
Essen
Jakob-Funke-Platz (Grüne Mitte)
15.30 bis 17.30 Uhr
Gelsenkirchen
Bahnhofsvorplatz
ab 16.30 Uhr
Der Streik ist bewusst dezentral organisiert. Beteiligung ist auf unterschiedliche Weise möglich – etwa durch die Teilnahme an Demonstrationen, durch Aktionen im Alltag oder durch sichtbare Solidarität.
Gleichstellung braucht Engagement
Für die kfd steht fest: Gleichstellung kommt nicht von allein. Sie muss politisch gewollt und gesellschaftlich getragen werden.
Der Internationale Frauentag erinnert daran, dass gleiche Rechte und gleiche Chancen weiterhin erkämpft und verteidigt werden müssen.






