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Festakt zum 100. Jahrgang „Frau und Mutter“:

FuM Jubilaeum Podiumsdiskussion c kfd TinaUmlauf100 Jahre Partizipation und Empathie, Neuansätze und Aufbrüche 
  
Düsseldorf, 24. September 2017 – Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat gestern mit einem Festakt in Düsseldorf das Jubiläum zum 100. Jahrgang ihrer Mitgliederzeitschrift „Frau und Mutter“ gefeiert. Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der kfd, begrüßte die rund 100 Besucherinnen und Besucher, viele von ihnen Wegbegleiterinnen und -begleiter der kfd und ihrer Mitgliederzeitschrift. In ihrer Eröffnung betonte Heil die Bedeutung der „Frau und Mutter“ für Verband und Gesellschaft: 

 

 
„Wir feiern heute unsere Zeitschrift, die seit einem Jahrhundert das Leben von Millionen Frauen begleitet. Sie hat Anstöße gegeben und Frauen animiert auf dem Weg in ein immer selbstbewussteres und selbstbestimmteres Leben – religiös wie politisch, familiär wie beruflich. Bis heute ist es eines der wichtigsten Ziele von ‚Frau und Mutter‘ als Bildungsinstrument der kfd, Frauen zu befähigen, mitzureden und teilzuhaben, sich weiterzuentwickeln und ihren Weg zu finden, aufgehoben in der großen Gemeinschaft unseres Verbandes.“

  
Die Publikation, mit rund 500.000 Exemplaren die auflagenstärkste katholische Frauenzeitschrift im deutschsprachigen Raum, wurde 1909 gegründet und erschien mit nur einer Unterbrechung: In den Jahren 1939 bis 1948 hatten die Nationalsozialisten sie verboten. Deswegen feiert „Frau und Mutter“ erst 2017, in ihrem 100. Jahrgang, Jubiläum. Dabei habe sich das Ziel nie verändert, so Chefredakteurin Nikola Hollmann in ihrem Grußwort: 
  
„‘Frau und Mutter‘ erzählt ihre Geschichten, bringt aber auch die dahinterstehenden Ideen nah: Werte, kfd-Positionen, Glaubenswissen. Sie unterstützt Frauen dabei, ihr Wort erheben zu können, weil sie informiert sind. Das geschieht am besten, indem wir von den ganz konkreten Menschen reden. Wenn es uns gelingt zu berühren, dann haben wir unser Ziel erreicht – denn ich bin davon überzeugt, dass Berührung Veränderung bewirkt. Man kann eine Zeitschrift wie ‚Frau und Mutter‘ nicht machen ohne diese Berührbarkeit, ohne die Bereitschaft, sich als Mensch und Person ganz zu zeigen. Vor allem kann man sie nicht machen ohne eine große Zuneigung zur Zielgruppe, den Mitgliedern der kfd.“ 
  
Podiumsdiskussion: Die Rolle konfessioneller Medien 
  
Anschließend diskutierten über die Rolle konfessioneller Medien in der heutigen Gesellschaft die Journalistin Dr. Christiane Florin, die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof’in Dr. Agnes Wuckelt, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, sowie Dr. Joachim Frank, Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP). Durch die Diskussion führte die Moderatorin Gisela Steinhauer (WDR). 
  
Für Sternberg ist das modernste Prinzip der „Frau und Mutter“ der persönliche Kontakt. Dabei meint er die ehrenamtlichen Überbringerinnen der Zeitschrift, die „Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst der kfd“: 
„Die katastrophalen Kahlschläge in deutschen Pfarrstrukturen zeigen: Wir brauchen spirituelle Ansprech­partnerinnen, wenn wir keine Priester mehr haben. Ob geweiht oder nicht, es muss jemanden geben im Nahbereich, der bei Sorgen da ist. Daher wird die persönliche Übergabe des Heftes immer wichtiger. Einmal im Monat jemanden ansprechen zu können und zu wissen, ein Bindeglied in die eigene religiöse Gruppe zu haben: So kommen wir vielleicht dazu, uns davor zu hüten, in diesen Fragen zu verbittern. Wir sollten Wege suchen und finden, wie man es anders machen kann.“ 
  
Für Frank steht die „Frau und Mutter“ vor allem für Partizipation und Empathie: „‚Frau und Mutter‘ punktet mit Vielfalt und gesellschaftspolitischer Wachheit. An den Ausgaben des Jubiläums-Jahrgangs sieht man den Versuch, Kirche und Gesellschaft zu verbinden, sich in Debatten einzumischen. Dabei dürfte sie bisweilen etwas bissiger sein, aber sie ist eine moderne Zeitschrift an den Themen der Zeit.“ 

Wuckelt denkt laut über weitere Entwicklungen nach: 
„Die 100-jährige Geschichte zeigt, dass die ‚Frau und Mutter‘ immer wieder Neuansätze und Aufbrüche erlebt hat. Da stellt sich für mich die Frage, inwieweit eine interaktive, digital gestützte Zeitschrift eher die jüngere Generation anspricht und den Dialog fördert. Hier könnten wir Vorreiterinnen werden für ein modernes Medium, das alle Möglichkeiten der Kommunikationsmedien aufgreift.“ 
  
In „Frau und Mutter“ sieht Wuckelt Chancen über die Lektüre hinaus:   
„Eine Mitgliederzeitschrift kann mehr als nur gelesen oder weitergereicht werden: Wie könnten sich etwa Leserinnenkreise bilden, die das Geschriebene, das hoffentlich bissiger wird, weiterdenken? Darin liegt für mich die Chance der Zeitschrift: Themen aufgreifen und Handlungskontexte schaffen.“ 
  
Für die Deutschlandradio-Journalistin Florin ist es wichtig, dass Zeitschriften „innerhalb der Kirche Räume für Debatte öffnen“: „Ich sage immer: ‚In der Kirche ist das freie Wort riskanter als die freie Liebe‘. Daher gilt es, ehrlich die Wirklichkeit zu beschreiben und denen zu begegnen, die einem widersprechen. Die ‚Frau und Mutter‘ verströmt ein Grundgefühl des Angenommenseins. Eine Zuspitzung wünsche ich mir natürlich immer, und was ist mit den Jüngeren, die nicht so gerne Gedrucktes lesen? Das sind übergeordnete Fragen.“ 
  
Alleinstellungsmerkmal: Persönliche Übergabe 
  
45.000 ehrenamtliche Überbringerinnen tragen monatlich bundesweit die Hefte aus. Stellvertretend für diese wichtige Gruppe betraten zwei der sog. „Mitarbeiterinnen im Besuchsdienst der kfd“ die Bühne. Sie hatten einen in der Zeitschrift ausgelobten Wettbewerb für ein Wochenende in Düsseldorf gewonnen. 
  
Zum Jubiläum erstellte Kurzfilme informierten zum Redaktionsgeschehen sowie zur Produktionskette. 
Eine ausführliche Präsentation beleuchtete die Geschichte der Zeitschrift seit der Gründung 1909. 
  
Begleitet wurde die Veranstaltung von der bei kfd-Frauen beliebten Kölner Musikerin Bea Nyga. 
  

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